Jugend und Politik in 2017

Eine Woche vor der Bundestagswahl 2017 dreht sich auch im Kijub Berlin vieles um Politik. Die Kinder und Jugendlichen besitzen ein grosses Interesse an der politischen Situation und Entwicklung in ihrer Heimat, welches wir nur allzu gerne unterstützen. Jugend und Politik gehören zusammen!

So viele Themen sind politisch zu beantworten

Viele Erwachsene sind der Meinung, dass sie alleine über das nötige Wissen und Lebenserfahrung verfügen, um am politischen Prozess in der Demokratie teilnehmen zu können. So liegt das Wahlalter nach wie vor bei 18 Jahren, auch wenn einige Parteien und Verbände seit langer Zeit eine Herabsetzung auf 16 Jahre fordern. Dies würde Jugend und Politik gut tun. Die Interessen der jungen Generation hingegen zu ignorieren ist schlichtweg falsch. Tiergestützte Pädagogik und Entspannungsübungen ersetzen keine Wahl.

Unabhängig hiervon haben Kinder und Jugendliche jedoch bereits seit 20 Jahren die Möglichkeit, ihre politische Anschauung durch Wahlen kundzutun. In der Kinderwahl, deren Ergebnisse ebenfalls am Wahlsonntag um 18 Uhr vorliegen, dürften auch dieses Jahr wieder Themen wie Ökologie weit vorne liegen. Dies ist verständlich und sinnvoll. Denn schließlich ist es die junge Generation, die mit den Auswirkungen von Umweltverschmutzung beziehungsweise Umweltschutz ein Leben lang konfrontiert werden wird. Themen wie die Nachhaltigkeit von Solarduschen sind dabei genauso relevant wie die Entwicklungen der Automobilindustrie.

Neue Bescheidenheit der jungen Generation

Gerade die großen Automobilhersteller beweisen jedoch diese Tage auf der IAA in Frankfurt, dass ihnen die Nachhaltigkeit nicht ernsthaft am Herzen liegt. So sind die wirklich revolutionären Entwicklungen im Fahrzeugbau nicht auf den Ständen der großen Autohersteller zu sehen, sondern vielmehr auf den kleinen Messeständen in den oberen Stockwerken der Messehallen. Hier zeigt sich deutlich, dass der Trend weg vom großen und PS-starken Automobil mit unzähligen Ausstattungsvarianten hin zum kleinen und einfachen Elektromobil geht. Die jugendlichen Besucher, die Kunden von morgen, sind entsprechend überwiegend bei diesen Ausstellern zu sehen und nicht, wie in der Vergangenheit zu beobachten, beim Golf GTI und seinen Konkurrenten.

Diese Bescheidenheit hängt auch mit dem Selbstbewusstsein der jungen Generation zusammen. Uns selbst sind noch keine wissenschaftlichen Studien hierzu bekannt, jedoch sehen wir im Alltag, dass der interkulturelle Einfluss hier eine tragende Rolle spielt. Kinder, die vor dem Krieg in Syrien fliehen mussten, haben ein anderes Bedürfnis an Sicherheit und Prak­tikabi­li­tät im Alltag, als Kinder, die bereits im Kindergartenalter mit einem elektrischen Gokart im Porschedesign die Parks unsicher machen.

Die Politik öffnet die Türen

Im politischen Berlin gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Aktionen der Politik, um in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen zu treten. Neben den Interviews der beiden Spitzenkandidaten im Wahlkampf mit Youtubern antwortete am Wochenende die Bundeskanzlerin in der Kinderpressekonferenz auf die Fragen der Kinder und Jugendlichen. Hierfür nahm sich die Kanzlerin eine gute Stunde Zeit – beachtlich für die Endphase des Wahlkampfes. Andererseits auch möglich, da die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten in den jüngsten Umfragen weiter zurückfällt und somit keine Zeit für den Umgang mit Nichtwählern hat. Jugend und Politik ist für die Sozialdemokratie nicht so wichtig. Die FDP und die Grünen bekämpfen sich derweil öffentlich, anstatt ihre vorhandenen Chancen für eine Jamaikakoalition zu nutzen. In dieser wären wohl alle Altersklassen und politischen Meinungen repräsentativ vertreten, sieht man von den ausländerfeindlichen Gruppierungen ab.

Jugend und Politik – Sorgen vor Extremisten

Die Kinder und Jugendlichen von heute stehen vor dem Dilemma, sich zwischen einer bequemen konservativen Politik und dem aktiven Kampf gegen Extremisten entscheiden zu müssen. Dabei macht es auch Die Linke den jungen Menschen nicht einfach, sich für sie zu entscheiden. Zu undurchsichtig sind deren Vorhaben gegenüber Asylberechtigten. Die Sorge vor einem Erstarken der Rechten ist nicht unbegründet. Vom Wählertyp und -verhalten dieser Parteien ist zu erwarten, dass sie auch in den Umfragen vor der Wahl unwahr antworten oder gar nicht erst daran teilnehmen. So ist zu befürchten, dass das Wahlergebnis noch höher liegen wird, als derzeit prognostiziert.

Politik

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